6. September 2023

Mein Auslandspraktikum in Nordirland

Theresa Salhofer

Wie ich zu meinem Auslandspraktikum gekommen bin

Das Auslandspraktikum ist ein Teil der Zusatzkompetenzen meiner verkürzten Lehre im Rahmen der Dualen Akademie. Ich habe mich dazu entschlossen, mein Praktikum mithilfe von IFA (Internationaler Fachkräfteaustausch) zu organisieren. Es standen einige Länder zur Auswahl und ich habe mich für Irland entschieden, da ich in ein englischsprachiges Land wollte. Außerdem war ich schon mal in Irland und mir gefallen sowohl die Städte, als auch die Offenheit und Geselligkeit der Menschen dort sehr.

Meine Erfahrungen

Ich habe mein Praktikum in Belfast, also in der Hauptstadt Nordirlands absolviert. Dort war ich für einen Monat mit zehn weiteren Lehrlingen aus ganz Österreich in einem Apartment untergebracht. In der ersten Woche hatten wir Zeit, uns durch einen Sprachkurs und gemeinsame Ausflüge besser kennen zu lernen und uns einzuleben. Ich habe in der Stadt einige Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Queen’s University, das Belfast Castle, den Botanic Garden, die City Hall und das St. Anne’s Cathedral besichtigt. Es gibt mehrere interessante Museen dort, wie das Titanic Museum, das Ulster Museum und das Crumlin Road Gaol, welches früher ein Gefängnis war.

Wenn man in Belfast ist, lohnt es sich außerdem, umliegende Hafenstädte wie Bangor oder Portrush zu besuchen. Der Giant’s Causeway und einige „Game of Thrones“-Schauplätze sind auch nicht weit entfernt.

Mein Praktikumsbetrieb

Eine irische Partnerorganisation von IFA hat mich an das Unternehmen „Crossen Engineering“ vermittelt. Crossen Engineering ist ein führender Hersteller von maßgeschneiderten Metall- und Kunststoffteilen in Nordirland. Diese Teile werden hauptsächlich in der Medizin-, Verpackungs-, Bau- und Automobilindustrie eingesetzt. Die Produktion ist in Werkzeugbau, Spritzgusswerkstatt und Metallpresswerkstatt geteilt. Der kleine Familienbetrieb liegt etwas außerhalb von Belfast und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter. Die Spritzgusswerkstatt ist mit sieben Standardspritzgussmaschinen der Marken Fanuc, Romi und Demag ausgestattet.

Das irische Arbeitsumfeld

Ich habe für drei Wochen in der Spritzgusswerkstatt des ausländischen Betriebs gearbeitet. Meine Arbeitskollegen haben mich sehr herzlich aufgenommen und sich die Zeit genommen, mir ihren normalen Arbeitsalltag näher zu bringen. Ich musste mich anfangs an die Arbeitszeiten, die lockere Arbeitsweise und den starken lokalen Dialekt gewöhnen. Ich konnte einige Unterschiede zwischen einem typischen Arbeitstag in Nordirland und in Österreich feststellen. In ganz Irland beginnt die Standardarbeitszeit generell später als bei uns und bei Crossen Engineering fangen alle erst um acht Uhr an zu arbeiten. Anstatt einer Kaffeepause, gibt es bei den Iren die Teepause. Die Produktionsaufträge und alle weiteren anfallenden Arbeiten werden zwar pünktlich erledigt, aber es entsteht wegen der ansonsten sehr gemütlichen und kollegialen Arbeitsatmosphäre ganz selten Stress. Es herrscht in der gesamten Firma ein sehr freundlicher, hilfsbereiter und respektvoller Umgang miteinander. Der Automatisierungsgrad in der irischen Kunststoffindustrie ist nicht so hoch wie in Österreich.

Was ich gelernt habe

Ich habe durch mein Auslandspraktikum gelernt, meine bisher erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten in einem fremdsprachigen Arbeitsumfeld anzuwenden. Außerdem habe ich Erfahrung mit verschiedenen Arten von Spritzgussmaschinen gewonnen. Durch meinen Auslandsaufenthalt hat sich mein gesprochenes Englisch verbessert und ich habe viel über die Kultur und Geschichte Nordirlands gelernt. Ich kann anderen Lehrlingen auf jeden Fall empfehlen, ein Auslandspraktikum zu machen, sofern sie die Chance dazu bekommen.

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